Die MIFID-II-Umsetzung: Der Zeitplan und die Fakten

Die MiFID-II-Umsetzung und die Versicherungsvertriebs-Richtlinie IDD treten Anfang 2018 in Deutschland in Kraft. Während MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive) sich auf Finanzinstrumente bezieht, reguliert die IDD (Insurance Distribution Directive) den Vertrieb von Versicherungsprodukten. Die beiden Direktiven sind auf den Verbraucherschutz ausgerichtet, betreffen dabei aber klar abgegrenzte unterschiedliche Produkte. Infomieren Sie sich hier über den MiFID-II-Zeitplan sowie über die Bedeutung für die Vermittlung von Versicherungs- und Finanzprodukten.

MiFID II für Finanzanlagenzvermittler

Finanzanlagenvermittler werden direkt von der Umsetzung der MiFID-II-Richtlinien betroffen sein. In Deutschland sind MiFID-vergleichbare Standards nach deutschem Recht vorgesehen.

Unter anderem gelten diese Regeln für freie Vermittler:

  • Wie bisher müssen Vermittler in ein öffentliches Register eingetragen sein, die zuständige Behörde überwacht laufend ihre Arbeit.
  • In der Transparenz und Offenlegung von Provisionen stehen einschneidende Änderungen an.
  • Auch die Dokumentationspflichten und die Produktüberwachung für den Zielmarkt werden von der MiFID-II-Umsetzung beeinflusst. Dazu gehören unter anderem der umfangreiche Produktprüfungsprozess vor der Aufnahme des Vertriebs und die umfangreiche Zielmarktdefinition.

Der MiFID-II-Zeitplan

MiFID II betrifft Finanzprodukte, IDD den Vertrieb von Versicherungen. Sowohl Banken als auch Versicherungen können von beiden Richtlinien tangiert werden; abhängig von den Produkten, die sie anbieten. Die Direktiven beziehen sich außerdem auf ähnliche Themenbereiche: Beide werden den Vertrieb und interne Prozesse stark beeinflussen.

Die EU-Richtlinien MiFID II und IDD treten Anfang 2018 in Kraft: Der MiFID-II-Zeitplan sieht als Start den 3. Januar 2018 vor, das deutsche Gesetz zur Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD den 23. Februar 2018.

Die MiFID-II-Umsetzung

MiFID II folgt auf die erste Finanzmarktrichtlinie MiFID I von 2007, die die Harmonisierung des EU-Wertpapierhandels zum Ziel hatte. Im Zuge der Finanzkrise und mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung des Handels begannen die EU-Staaten 2010, an einer erneuten Reform zu arbeiten.

Auf Drängen der Banken und anderer Finanzmarktakteure wurde die MiFID-II-Umsetzung um ein Jahr verschoben. So sollten die betroffenen Unternehmen und die Aufsichtsbehörden mehr Zeit bekommen, sich auf die neuen Vorgaben einzustellen. Entsprechend wird MiFID II nun Anfang 2018 in Kraft treten.

Dies sind die allgemeinen Ziele der Finanzmarktrichtlinie:

  • mehr Transparenz im Handel mit Finanzpapieren
  • höhere Effizienz der Märkte
  • mehr Schutz für Investoren und Anleger

Die beiden Maßnahmen stellen aber nicht das Ende der EU-Bemühungen um Vereinheitlichung dar: 2015 wurde ein Aktionsplan zur Schaffung einer EU-weiten Kapitalmarktunion verabschiedet, der weitere Harmonisierungsschritte vorsieht.

Gemeinsamkeiten zwischen MiFID II und IDD

Sowohl die Finanzmarktrichtlinie MiFID II als auch die Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD werden die Arbeit von Vermittlern und Vertriebspartnern in hohem Maße verändern – vor allem in diesen Bereichen:

  • Beratungsprozess

Beide Regulierungen stellen den Kunden in den Mittelpunkt. So gilt beispielsweise: Der Vertriebsmitarbeiter muss Vorstellungen und Bedürfnisse der Kunden erfassen, die Geeignetheit des Produktes begründen und die Beratung dokumentieren.

  • Produktgenehmigung und -überwachung

Beide Regulierungen schreiben vor, dass die empfohlenen Produkte zur Zielgruppe passen. Die Produkte müssen zudem regelmäßig überprüft werden.

  • Vergütung

Sowohl IDD als auch MiFID II sollen dazu beitragen, Interessenkonflikte im Vertrieb zu vermeiden und die Qualität der Beratung zu verbessern. So darf die Vergütung keinen nachteiligen Effekt auf die angebotene Leistung haben, außerdem muss sie dem Kunden vollständig offengelegt werden.

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